Zuhause mache ich mich sofort auf die Suche nach einem Buch, welches mir mal meine Freundin Dorothee geschenkt hat. "Die Venus Strategie". Ich mache mich sofort daran, alles zu lesen und zu verinnerlichen. Es geht um die verschiedenen Methoden, die Männer und Frauen anwenden um beruflichen Erfolg zu haben. Ich erkenne mich wieder. Brav befolge ich die Anweisungen, rede mantraartig den vorgegebenen Text und versuche zu visualisieren, wie ich mich als Exportmanagerin gebe. Zufrieden schlafe ich ein.
***
Am nächsten Tag ist Gregor auch wieder im Büro, hektisch wie immer. "Simone, ich brauche ganz dringend die Preisliste fürs Neue Jahr, haben wir doch schon im November fertig gehabt!" Ich bleibe gelassen. "Guten Morgen, Gregor, ich wünsche Ihnen ein erfolgreiches, neues Jahr, gute Ergebnisse und viel Erfolg." Perplex schaut er mich an. "Entschuldigung, ich Ihnen natürlich auch. Aber diese Preisliste!" Ich habe diese Preisliste erstellt, sie liegt auf dem Server, da wo sie hingehört. Ich lächel ihn an und verlasse sein Büro. Natürlich weiß er nicht, wo die Preisliste liegt, weil er sich nichts merkt und ich ihm ständig alles nachtrage. Erst einmal gehe ich zur Buchhaltung, weil ich dringend etwas klären muss. Natürlich plaudere ich noch ein wenig mit Gaby. 20 Minuten später bin ich zurück. Gregors Tür ist geschlossen und ich höre ihn telefonieren. Ganz devot und leise. Am liebsten würde ich mein Ohr an die Tür drücken. Das bin ich nicht von ihm gewohnt. Mein Telefon klingelt und ich sehe den Namen im Display. Frau Kratz - die Sekretärin von Mohn. Mein Herz schlägt schneller.
***
"Schneppenberg" melde ich mich artig. "Guten Tag Frau Schneppenberg, hier ist Frau Kratz. Ich hoffe, Sie hatten einen guten Start ins Neue Jahr?" fragt sie freundlich. "Ja selbstverständlich, Frau Kratz. Ich hoffe, Sie auch?" Nachdem wir unsere Höflichkeiten ausgetauscht haben, kommt sie zum Thema. "Frau Schneppenberg, Herr Mohn möchte sich gern mit Ihnen unterhalten. Übermorgen um 11 Uhr. Passt Ihnen das?" Ich atme tief durch. Nur nicht zu euphorisch werden."Worum geht es denn?" frage ich so gelassen wie möglich. "Um Ihre Zukunft" lacht Frau Kratz. "Herr Mohn hat erfahren, dass sie durchaus bereit sind, ihre Arbeitsleistung noch effektiver in den Dienst von Ferro-Mohn zu stellen. Darüber möchte er sich mit Ihnen unterhalten.""Ich bin übermorgen um 11 Uhr bei Ihnen!" versichere ich ihr, lege auf, balle die Faust und ziehe sie herunter. "JA!!" Ich bin froh. In dem Moment kommt Gregor ins Büro. "Welchen Erfolg haben Sie denn zu verbuchen?" fragt er misstrauisch.Ich schwanke, soll ich es ihm sagen, oder besser nicht? Ich entscheide mich für die Wahrheit."Sie waren ja so freundlich, mich bei Herrn Mohn zu loben. Ich habe übermorgen einen Termin bei ihm. Vielleicht geht es um die Gehaltserhöhung, die sie mir versprochen haben?" Er wird leicht rot. "Ja, wahrscheinlich. Haben Sie sich ja verdient." Dann geht er.Ich rufe erst einmal Robert an. "Wir sollten noch einmal üben" sagt er. "Hast Du heute Abend schon was vor?" Ich verneine. Ich frage auch nicht, wie er sich zuhause rechtfertigt."Komm doch zu mir, dann können wir uns ungestört unterhalten." Höre ich mich sagen. "Gerne, ich bringe eine Flasche Wein mit, soll ja nicht so ganz trocken sein, unsere Unterhaltung" säuselt er. Mistkerl denke ich, muss aber gleichzeitig grinsen. Er weiß genau, wie man Frauen beeindruckt.
***
Zuhause hübsche ich mich natürlich auch, was von ihm wohlwollend bemerkt wird."Ok, lass uns anfangen. Hast Du Dir überlegt, mit welchen Argumenten Du Mohn beeindruckst? Hast Du Dir schon einmal Notizen gemacht, wie Du Deine Aufgabe gestalten würdest? Vorschläge, wie Du erfolgreich agieren wirst?" Ich werde kleinlaut. "Ja, ich habe mir schon eine Menge überlegt, aber ob das reicht?" Robert verdreht die Augen. "Dann lass mal hören, Du willst doch den Job?" fragt er noch einmal. Ja, ich will. Und ich lege los. Erzähle ihm blumig von den Dingen, die ich erfolgreich abgewickelt habe, meine Präsentationen, wie ich als Exportmanagerin agieren würde und und und. "Das ist alles schön und gut, Simone. Aber dieses: "Ich würde" und "wenn ich Exportmanagerin wäre" oder "Herr Geist hatte vorbereitet", hört sich für mich nicht so an, als wärst DU von Dir überzeugt. Rede anders: "Ich werde! Als Exportmanagerin werde ich das und das. Ich habe das Projekt abgewickelt!" Du redest mit einem Mann, der will Fakten hören und keine schwammigen Vermutungen. Wir machen jetzt ein Konzept. IST-Zustand und WIRD-Zustand. Wir prognostizieren, wie Du als Exportmanagerin den Umsatz steigerst, was Du dazu benötigt, welche Man-Power Dir zur Verfügung stehen muss und wie woraus sich Umsätze ergeben. Ich schaue ihn an: "Aber woher soll ich das wissen?" Robert seufzt. "Simone, ich glaube, DU kannst das alles, aber glaubst Du das auch?" Ich werde wütend. "Ja sicher!" "Dann lass Deine Phantasie spielen, LEIDENSCHAFT, schöne Frau. Ich weiß doch, dass Du jede Menge davon besitzt!" Er streichelt meine Wange und trinkt einen Schluck Wein. "Und jetzt an die Arbeit! Ich habe die ganze Nacht Zeit."
Tuesday, February 12, 2008
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4 Rezensionen:
Ja, es geht halt nichts ueber einen guten Mentor .....
Hi Bea ... nein, ich frage nicht wann es weiter geht ... es interessiert micht nicht merh ... Leider muss ich gestehen, dass ich dieses "Ich schreibe hier nicht weiter bis ich entsprechend gewuerdigt werde" so etwas von kindisch, dass ich hier nicht mehr lesen werde.
Viel ERfolg weiterhin
Cheers
Kay
Lieber Kay,
ich hatte UMZUGSSTRESS! Und habe ihn immer noch. Sorry, dass ich nicht so springen kann, wie du es gern hättest.
danke
Kay, geht's noch?
Katja
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